Besonders im Fokus steht dabei Deutschland: Mit 433 bestätigten Ransomware-Angriffen im Jahr 2025 liegt das Land im weltweiten Vergleich auf Platz drei – nur übertroffen von den USA (4.893) und Kanada (520).
Hier ist die kompakte Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Empfehlungen:
Die Kernaspekte des Berichts
- Sicherheitsniveau steigt leicht, bleibt aber volatil: Der weltweite Cyber Risk Index (CRI) hat sich im Jahresschnitt von 38,5 auf 35,8 Punkte verbessert (auf einer Skala von 0 bis 100, wobei niedrigere Werte für weniger Risiko stehen). Die Lage bleibt jedoch im mittleren Risikobereich und schwankte im Jahresverlauf stark. Am gefährdetsten waren die Branchen Bergbau, Gesundheitswesen und Landwirtschaft.
- Kleine Firmen als Sprungbrett: Während das Risiko in fast allen Segmenten sank, stieg es bei Betrieben mit bis zu 100 Mitarbeitern an. Angreifer nutzen kleinere Firmen vermehrt als Einfallstor, um über die Lieferkette in die Netze größerer Partner einzudringen.
- Schwachstellen und Identitäten als Hauptrisiko: Riskante Cloud-Zugriffe, ungenutzte Microsoft-Konten und eine fehlende Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) sind nach wie vor die größten Schwachstellen. Zudem zeigt die Datenanalyse, dass Angreifer am häufigsten über ungepatchte Sicherheitslücken oder durch das Erraten von Passwörtern einbrechen. Ziel sind dabei meist Benutzerkonten, seltener Endgeräte.
- Zersplitterte und aggressivere Ransomware-Szene: Die Opferzahlen der zehn aktivsten Erpressergruppen stiegen um 236 Prozent. Die Gruppe Qilin sprang dabei überraschend von Platz 10 auf Platz 1. Da ständig neue Akteure auftauchen und alte (wie LockBit) an Bedeutung verlieren, bringt es wenig, sich nur auf bekannte Taktiken einzelner Gruppen zu konzentrieren. Viel effektiver ist es, die grundlegenden Sicherheitslücken im eigenen System zu schließen.
Sicherheits-Empfehlungen für Unternehmen
Der Bericht rät zu einem risikobasierten Schutzkonzept statt starrer Checklisten:
- Identitäten rigoros absichern: Ungenutzte Konten konsequent löschen und die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) überall erzwingen, um Passwort-Angriffen die Grundlage zu entziehen.
- Schutzfunktionen aktiv verwalten: Sicherheitsrelevante Einstellungen (wie Web-Filter oder Anwendungskontrollen) müssen regelmäßig überprüft und nachjustiert werden, um Fehlkonfigurationen zu vermeiden.
- Sicherheitslücken clever priorisieren: Patches sollten nicht nur nach dem theoretischen Schweregrad (CVSS-Wert) verteilt werden. Auch mittelschwere Lücken müssen schnell geschlossen werden, wenn sie von Angreifern als Teil einer Kette missbraucht werden können. Virtuelles Patching kann hier als temporärer Schutzschild dienen.
- Angriffspfade blockieren: Unternehmen sollten mit modernen Vorhersage-Tools ganze hypothetische Angriffswege analysieren und blockieren, anstatt nur isolierte Einzelrisiken zu betrachten. Bereits vorhandene Sicherheitsplattformen sollten im Alltag durch Automatisierung voll ausgereizt werden.

