Die Einführung von Künstlicher Intelligenz schreitet in Unternehmen schneller voran als deren Absicherung. Mit jedem neuen KI-Modell, Assistenten oder automatisierten Prozess wächst jedoch auch die Angriffsfläche. Gleichzeitig fehlt vielen Unternehmen ein belastbarer Nachweis darüber, ob ihre Mitarbeiter über die notwendigen Kenntnisse verfügen, um diese Risiken zu beherrschen.
Genau hier setzt die neue Zertifizierung „AI Security Professional“ (AISP) von EXIN an. Sie soll Fachkräften nachweisen, dass sie sowohl die technischen Angriffsmöglichkeiten auf KI-Systeme verstehen als auch deren sicheren und regelkonformen Einsatz steuern können. Die Zertifizierung richtet sich unter anderem an Sicherheits- und Datenschutzverantwortliche, Risikoanalysten sowie KI-Ingenieure und setzt keine besonderen Voraussetzungen voraus.
Grundlage des AISP ist der OWASP AI Exchange, ein frei zugänglicher Wissensbestand zur KI-Sicherheit, der von mehr als 165 Experten entwickelt wurde. Die Inhalte fließen nach Angaben von EXIN unter anderem in die Norm ISO/IEC 27090 und den Sicherheitsstandard des EU-KI-Gesetzes ein. Entwickelt wurden die Kursunterlagen von Rob van der Veer, Chief AI Officer bei der Software Improvement Group.
Mit der Zertifizierung soll eine bisherige Lücke geschlossen werden: Wissen über KI-Sicherheit ist zwar bereits öffentlich verfügbar, doch Unternehmen können häufig nur schwer überprüfen, ob ihre Mitarbeiter dieses Wissen tatsächlich beherrschen. AISP soll deshalb nicht nur theoretische Kenntnisse vermitteln, sondern deren praktische Kompetenz nachvollziehbar machen.
Die Prüfung ist ohne Zugangsvoraussetzungen online über EXIN und dessen akkreditierte Schulungspartner weltweit verfügbar. Erfolgreiche Teilnehmer erhalten ein Zertifikat sowie ein digitales Abzeichen mit der Bezeichnung „EXIN AI Security Professional based on the OWASP AI Exchange“.
EXIN betont zudem die europäische Ausrichtung der Zertifizierung. AISP ist nach eigenen Angaben an den CEN-Standard CWA 18398 für Berufsrollenprofile im KI-Bereich angepasst. Damit soll Unternehmen eine Möglichkeit gegeben werden, die vorhandenen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter im Bereich KI-Sicherheit transparenter zu bewerten.
Wichtig ist allerdings: OWASP selbst unterstützt keinen bestimmten Zertifizierungsanbieter. EXIN hat AISP eigenständig entwickelt und dabei auf den frei verfügbaren Wissensbestand des OWASP AI Exchange zurückgegriffen.
Die Prüfung ist ab sofort verfügbar. Der OWASP AI Exchange bleibt unabhängig davon kostenlos zugänglich.

