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Kriminelle KI: Vom Experiment zum professionellen Geschäftsmodell

Kriminelle KI: Vom Experiment zum professionellen Geschäftsmodell

Künstliche Intelligenz (KI) in der Cyberkriminalität hat ihre experimentelle Phase beendet. Laut der aktuellen Studie „Criminal AI in 2025: The Year the Underground Went Pro“ des Sicherheitsanbieters Trend Micro hat sich ein stabiles und hochprofessionelles Ökosystem im digitalen Untergrund etabliert.

Kriminelle KI: Vom Experiment zum professionellen Geschäftsmodell

Künstliche Intelligenz (KI) in der Cyberkriminalität hat ihre experimentelle Phase beendet. Laut der aktuellen Studie „Criminal AI in 2025: The Year the Underground Went Pro“ des Sicherheitsanbieters Trend Micro hat sich ein stabiles und hochprofessionelles Ökosystem im digitalen Untergrund etabliert. Anstatt auf ständig neue Sensationen zu setzen, konzentrieren sich Angreifer nun darauf, bestehende Methoden zu verfeinern, Kosten zu senken und Angriffe massentauglich zu machen.

Vom Prototyp zum skalierbaren Service Was früher als vereinzelte „Proof-of-Concept“-Attacke oder simpler Chatbot-Missbrauch begann, wird heute als reproduzierbare Dienstleistung angeboten. Kriminelle benötigen kein tiefes Fachwissen mehr, da fertige KI-Werkzeuge gemietet und skaliert werden können. David Sancho, Senior Threat Researcher bei Trend Micro, betont, dass für 2026 kein plötzlicher Umbruch, sondern eine stetige, gefährliche Optimierung der Werkzeuge zu erwarten ist. Genau diese Professionalisierung macht die Verteidigung zunehmend komplexer.

Drei Kernentwicklungen prägen den Markt:

  1. Marktkonsolidierung: Kurzlebige, eigene KI-Modelle verschwinden. Stattdessen dominieren Dienste, die bestehende kommerzielle Plattformen durch „Jailbreaks“ missbrauchen, um von deren enormer Rechenleistung zu profitieren.
  2. Adaptive Malware: Es entstehen erste Schadprogramme, die ihren Code durch KI-Abfragen während des Angriffs verändern können. Dies führt zu individualisierten Infektionen, die schwerer zu entdecken sind.
  3. Allgegenwärtige Deepfakes: Tools für Stimm-Cloning und Bildmanipulation sind mittlerweile extrem günstig oder kostenlos verfügbar. Dies löst eine Welle von Identitätsbetrug, virtuellen Entführungen und gezielten Angriffen auf Unternehmen aus.

Die Herausforderung für die Verteidigung Noch behalten Sicherheitssysteme durch eigene KI-gestützte Analysen einen knappen Vorsprung. Dieser schrumpft jedoch, da Angreifer neue Technologien oft schneller adaptieren als Unternehmen ihre Schutzwälle hochziehen können. Das größte Risiko liegt in der „Normalisierung“: KI-gestützte Verbrechen werden zum Alltag und verlieren ihren Ausnahmecharakter.

Fazit für Unternehmen Die Studie unterstreicht, dass KI-Angriffe kein Zukunftsszenario mehr sind, sondern fester Bestandteil der aktuellen Bedrohungslage. Sicherheitsstrategien müssen Deepfake-Prävention, Identitätsverifizierung und den Schutz vor KI-unterstützter Malware zwingend integrieren, um gegen die professionell agierenden Untergrundmärkte bestehen zu können.

https://www.trendmicro.com/vinfo/de/security/news/cybercrime-and-digital-threats/the-state-of-criminal-ai

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