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Cyber-Sicherheitsbericht 2026: Massive Zunahme von KI-gestützten Angriffen

Cyber-Sicherheitsbericht 2026: Massive Zunahme von KI-gestützten Angriffen

Im Jahr 2025 hat sich die Bedrohungslage für deutsche Unternehmen deutlich verschärft. Laut dem aktuellen Bericht von Check Point Software Technologies stieg die Zahl der wöchentlichen Attacken in Deutschland um 14 Prozent auf durchschnittlich 1.223 pro Betrieb an. Damit belegt Deutschland Platz elf der am häufigsten angegriffenen Nationen weltweit.

Bildungssektor als Hauptziel

Besonders dramatisch stellt sich die Situation für Bildungseinrichtungen dar. Mit wöchentlich 2.885 Angriffen wird dieser Sektor 235 Prozent häufiger attackiert als der deutsche Durchschnitt. Kriminelle nutzen hier gezielt veraltete Infrastrukturen und knappe Sicherheitsressourcen aus, um an wertvolle Nutzerdaten zu gelangen. Auch die Energieversorgung und die Telekommunikation stehen mit rund 2.000 Angriffen pro Woche unter extremem Druck.

Der „KI-Faktor“ in der Kriminalität

Die größte Veränderung im Vergleich zu den Vorjahren ist der massive Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Angreifer nutzen KI nicht mehr nur zur Vorbereitung, sondern zunehmend für autonome Operationen.

  • Automatisierung: Hacker agieren schneller und skalierbarer über verschiedene Kanäle hinweg (E-Mail, Web, Telefon).
  • Social Engineering 2.0: Sogenannte „ClickFix“-Methoden stiegen um 500 Prozent an. Dabei werden Nutzer durch täuschend echte KI-Imitationen zur Preisgabe von Daten bewegt.
  • Ransomware-Evolution: Erpressergruppen dezentralisieren sich und nutzen KI für präzisere Opferauswahl und Verhandlungen, was zu 53 Prozent mehr Opfern führte.

Neue Einfallstore: Edge und Schatten-KI

Ein wachsendes Risiko stellen schlecht gesicherte Edge-Geräte (wie VPN-Appliances und IoT-Systeme) dar, die als getarnte Relais-Punkte im Netzwerk dienen. Zudem birgt die interne Nutzung von KI-Tools Gefahren: 89 Prozent der Unternehmen waren mit riskanten KI-Anfragen konfrontiert. Wenn Mitarbeiter KI-Tools „heimlich“ nutzen, entstehen unkontrollierbare Sicherheitslücken.

Strategische Empfehlungen: Prevention First

Check Point betont, dass klassische Reaktionsstrategien nicht mehr ausreichen. Unternehmen müssen auf einen präventiven Ansatz umstellen:

  1. KI-Sicherheitsstrategie: KI-Nutzung sollte nicht verboten, sondern durch klare Kontrollen transparent gemacht werden.
  2. Ganzheitlicher Schutz: Sicherheitskonzepte müssen den gesamten digitalen Arbeitsplatz (Browser, SaaS, Cloud) abdecken, da sich Angriffe über alle Kanäle verteilen.
  3. Infrastruktur-Hygiene: Eine lückenlose Inventarisierung und Absicherung von Edge- und IoT-Geräten ist essenziell, um versteckte Hintertüren zu schließen.
  4. Geschwindigkeit: Da Angriffe nun mit „Maschinengeschwindigkeit“ ablaufen, muss die Abwehr Bedrohungen stoppen, bevor diese sich im Netzwerk ausbreiten können.

Fazit: Die Ära der KI-gesteuerten Cyberkriminalität erfordert eine radikale Neuausrichtung der Verteidigungsstrategien. Nur wer Prävention priorisiert und seine gesamte digitale Infrastruktur zentral überwacht, kann der neuen Intensität der Angriffe standhalten.

Cyber Security Report 2026 | Check Point Software

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