Vor einer ganz ähnlichen Herausforderung steht aktuell die Identity Security (Identitätsmanagement). Wenn ein Ransomware-Angriff ins Leere läuft, weil kompromittierte Zugangsdaten blockiert werden, steckt dahinter meist ein sauber konfiguriertes System. Das Problem: Läuft alles glatt, bleibt der Erfolg für die Führungsebene unsichtbar. Was aber unsichtbar ist, wird im Unternehmen schnell als reine Kostenstelle oder gar als digitaler Bremsklotz abgetan.
Dieser Teufelskreis aus Budget- und Kapazitätsmangel entsteht primär durch mangelnde Kommunikation. Identity-Teams messen ihren Erfolg oft in technischen Details, die außerhalb der IT niemand versteht. Für den Vorstand braucht es jedoch eine Übersetzung in geschäftliche Kennzahlen:
- Statt „20 Systeme angebunden“ heißt es besser: „20 potenzielle Einstiegspunkte für Angreifer geschlossen.“
- Statt „Rezertifizierung abgeschlossen“ lautet das Argument: „Wir haben 400 ungenutzte Berechtigungen entzogen und das Risiko für den Abfluss kritischer Daten damit um 30 Prozent gesenkt.“
Erst durch diese veränderte Sprache wandelt sich die IT vom reinen „Feuerwehrleute-Modus“, der nur bei akuten Problemen alarmiert wird, hin zu einem strategischen Brandschutz. Ein solcher systemischer Ansatz ist heute dringender denn je: Die Flut an nicht-menschlichen Identitäten (wie KI-Agenten) explodiert, während regulatorische Vorgaben wie NIS2 und DORA den Druck massiv erhöhen.
Identity Security ist kein IT-Projekt, das man irgendwann abhakt, sondern eine kontinuierliche Querschnittsaufgabe für das gesamte Unternehmen. Wenn IT-Verantwortliche diesen Perspektivwechsel mit klaren Zahlen untermauern, wird Identitätsschutz von der Chefetage nicht mehr als Hindernis gesehen, sondern als das, was es wirklich ist: das unverzichtbare Fundament für eine sichere digitale Transformation.
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