Cookies: Manchmal nützlich, meist nicht lecker.

Cookies: beliebtes Tracking-Tool der Werbeindustrie
Cookies: Basis für das Tracking der Werbeindustrie

Nahezu jeder Internet-Nutzer kennt sie. Fast alle haben sie in rauen Mengen auf dem Rechner. Cookies. Ursprünglich erfunden, um das Surfen geschmeidiger zu gestalten, ist die Cookie-Technologie zu einem wahren „Tracking-Monster“ der Werbeindustrie und der Geheimdienste avanciert. Es gibt keinen Grund Cookies zu unterschätzen oder zu verharmlosen. Die Werbeindustrie nutzt die Möglichkeit exzessiv Cookies zu setzen. Nicht gelöschte Cookies lassen Rückschlüsse über das Surf- und Kaufverhalten der Nutzer zu. Die Geheimdienste selbst freuen sich über die „Vorarbeit“ der Werbeindustrie.

Was sind Cookies? Cookies sind kleine Textdateien, die auf dem Rechner des Nutzers abgelegt werden. Den Internet-Zugang bzw. Provider zu wechseln ist hierbei erfolglos. Meist nutzt ein Nutzer einen Rechner viele Jahre lang. Nicht gelöschte Cookies können langfristiges Surfverhalten nachzeichnen und eindeutig zuordnen. Der gläserne Surfer ist längst Realität.

7 Trends im Tracking

Obwohl die große Mehrheit der Internetnutzer das Tracking ihres Surfverhaltens missbilligt, wird die Überwachung des Surfverhaltens immer weiter verfeinert. Eine bekannte Studie in diesem Zusammenhang ist der „Web Privacy Census“ der University Berkeley. Das sind die wichtigsten Trends im Tracking:

  1. Die Zahl der Tracking-Tools wird immer weiter ausgebaut
  2. Die Zahl der schwer blockierbaren Trackingelemente steigt
  3. Flash-Cookies sind auf dem absteigenden Ast
  4. Google ist Datensammler Nummer 1
  5. Online- und Offline-Tracking wird zunehmend integriert
  6. Tracking-Daten werden von Geheimdiensten genutzt, das haben die Snowden-Dokumente bestätigt

Mittlerweile arbeiten Facebook und andere Anbieter und soziale Netzwerke dran Nutzer geräteunabhängig identifizieren zu können. Bedenken Sie: Wenn Sie z. B. Facebook-Likes in Plug-Ins von Webseiten setzen, ist das ebenso tracking-relevant.

Cookies ausschalten — das ist zu tun und zu beachten

  1. Einstellungen ändern.
    Wer sich der Verfolgungsjagd der Online-Tracker entziehen will, ist mit dem Firefox-Browser am besten versorgt. Der Browser bietet sehr einfach über Einstellungen > Datenschutz die Möglichkeit „normale Cookies“ zu verwalten und zu blockieren. Hier geht es zur Firefox Hilfe-Webseite.

  2. Cookie-Plug-Ins verwenden.
    Laden Sie das kostenlose Tool Cookie-Monster herunter. Damit können Sie Ihre Cookies einfach und situativ verwalten. Achten Sie darauf jegliche Third-Party-Cookies zu deaktivieren — diese haben nur einen Zweck: Verfolgung durch Tracking. Die Deaktivierung bedeutet keinen Verlust an Surfqualität.

  3. Schutz vor HTML5-basierten „Super Cookies“.
    Flash Cookies sind immer stärker auf dem Rückzug. Immer mehr Tracking-Dienste setzen auf die HTML5-Technik. Diese „Super Cookies“ sind hartnäckiger, größer und „gefährlicher“ als normale Cookies. Internetseiten dürfen sich 10 kb Speicherplatz lokal reservieren, auf den sie bei künftigen Besuchen der Nutzer Zugriff haben. Bekämpfen lassen sich diese unerwünschten Spurenverwerter zum Beispiel mit dem Firefox-Plug-In Better Privacy. Nach Installation und Neustart des Firefox-Browsers ist bessere Privatsphäre nicht nur ein Schlagwort.

    Nach jedem Beenden des Browsers werden die „Super Cookies“ (LSO-Cookies) im Local Storage automatisch gelöscht — falls das Häkchen bei „Frage nicht nochmal, lösche LSO Cookies beim Beenden immer automatisch“ aktiv ist. Alternativ kann ein User damit auch manuell bei jedem Beenden des Browsers die Datensammel-Cookies mit Klick auf „OK“ löschen.

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