Anwälte des US-Verbandes der Filmindustrie MPAA räumen ein, dass es in vielen Fällen nicht möglich ist, eindeutige Beweise für Urheberrechtsverletzungen beizubringen. Damit begründen sie eine aus rechtsstaatlicher Sicht schockierende Forderung: Urteile ohne Beweis.
Die Inhaber von Urheberrechten, so die konkrete Forderung der Verbandsanwälte, sollen die Möglichkeit erhalten, bis zu 150.000 US-Dollar Schadenersatz einfordern zu können, ohne im Gegenzug konkrete Beweise für den Rechtsverstoß vorlegen zu müssen.
Die derzeit notwendige Beweisführung sei schädlich für die Rechteinhaber, argumentiert die MPAA-Anwältin Marie L. van Uitert in einem Schreiben an einen Bundesrichter.
Die Forderung steht im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit zwischen Capitol Records und der 31-jährigen Jammie Thomas, die bereits zu 220.000 US-Dollar Schadenersatz verurteilt wurde, deren Verfahren aber unter Umständen kurz vor der Wiederaufnahme steht.
[dbo] 25.06.2008