Sicher & Anonym

Sicherheit & Anonymität bei Kryptowährungen

Immer mehr Menschen nutzen Kryptowährungen aus einem einzigen Grund: Es geht darum, anonym Transaktionen tätigen zu können - man will also keine personenbezogenen Daten angeben.

Aufgrund der Tatsache, dass die Identität der hinter den Transaktionen befindlichen Personen nicht nachvollzogen werden kann, war der Bitcoin lange Zeit die „Währung der Kriminellen“. Doch ganz so „anonym“, wie man meinen könnte, sind Bitcoin und Co. am Ende doch nicht. Und einige Experten gehen davon aus, dass die Anonymität, so wie sie jetzt beschrieben wird, in absehbarer Zukunft - auch aufgrund der rasanten Weiterentwicklung der Technologie - sowieso ein Ablaufdatum hat.

So ist Garrick Hileman, ein Ökonom an der Universität Cambridge, davon überzeugt, dass es zwar einige Benutzer digitaler Währungen gibt, die die Anonymität wertschätzen, vor allem dann, wenn im sogenannten Darknet agiert wird, jedoch würden die Fortschritte bei Technologie wie Strafverfolgung auch bedeuten, dass eine Geheimhaltung der Daten nicht für die Zukunft gewährleistet werden kann.

 

„Man kann das mit der Blutprobe von Lance Armstrong aus 2005 vergleichen. Damals gab es keine Möglichkeit, Armstrong zu testen. Aber die neuen Fortschritte haben es möglich gemacht, den Nachweis rückwirkend zu erbringen“, so Hileman.

Der Kampf gegen das Verbrechen geht in die nächste Runde

Dem Bitcoin gelang 2017 der endgültige Durchbruch. Gegenüber dem US Dollar konnte der Bitcoin eine Steigerung von rund 1.000 Prozent verzeichnen. Lag der Bitcoin noch zu Beginn des Jahres bei 1.000 US Dollar, so kratzte die Kryptowährung zwölf Monate später an der 20.000 US Dollar-Grenze. Auf einmal wollten die risikoaffinen Trader nicht mehr Aktien kaufen online, sondern ihr Geld in den Kryptomarkt pumpen. Einerseits lockte das also Investoren wie Spekulanten an, andererseits stieg auch die Sorge der Finanzverantwortlichen. Dass europäische wie auch britische Behörden gegen den Bitcoin vorgehen wollten, da man die Angst hatte, die Kryptowährung würde nun noch stärker für kriminelle Machenschaften genutzt werden, war daher keine Überraschung.

Aufgrund der Tatsache, dass man begonnen hatte, Blockchain-Transaktionen aufzuzeichnen, war es möglich, auch Strafverfolgungsbeamte damit zu betrauen, Details zu bekommen, die man rückwirkend verwenden konnte. „Wir werden erleben, dass man alles versuchen wird, um Werkzeuge zu bekommen, die es möglich machen, rückwirkend Informationen zu bekommen“, ist Hileman überzeugt.

 

Was heißt „Pseudoanonymität“?

Pseudoanonymität bedeutet, dass es mit einem Computer möglich ist, da eine hohe Transparenz gegeben ist, entsprechende Transaktionen rückzurechnen, um so dann die Daten herauszufinden, die zuvor aufgrund der Anonymität verschlüsselt waren. Das heißt, es ist möglich, rückwirkend fehlende Informationen zu bekommen, damit es zum Vorschein der wahren Identität kommt. Das heißt, es wird wohl in absehbarer Zeit möglich sein, Finanzverbrecher zu entlarven, die bislang mit Bitcoins gearbeitet haben.

Man darf nicht glauben, Kryptowährungen würden für illegale Machenschaften besser als klassisches Fiatgeld sein. Denn Bargeld hat noch immer die höchste Form der Privatsphäre. Keiner weiß, wem das Bargeld gehört und an wen die Scheine wie Münzen weitergegeben worden sind. Das mag auch ein Grund sein, warum die Regierungen den Umgang mit Bargeld so gut wie möglich reduzieren wollen. Denn gäbe es kein Bargeld mehr, würde man Steuerhinterziehungen wie auch andere Verbrechen per Knopfdruck aufdecken können.

Das hat auch der Fall Ulbricht im Jahr 2015 gezeigt. Ross Ulbricht wurde wegen Geldwäsche sowie Drogenhandeln mit digitalen Währungen zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Hätte sich Ulbricht dafür entschieden, seine kriminellen Machenschaften mit Bargeld zu erledigen, wäre es weitaus schwieriger gewesen, ihn zu erwischen. Über die Blockchain war es den Ermittlern aber möglich, auf die gesamte Transaktionshistorie zuzugreifen. Nachdem mehrmals die Anonymität bei den Transaktionen durchsickerte, war es am Ende relativ einfach, Informationen über die Identität zu bekommen - zudem hatte man sodann auch gleich Beweise, dass Ulbricht illegalen Tätigkeiten nachging.

Mehrheit ist nicht kriminell

„Der Bitcoin hat sich weniger anonym erwiesen, als das zu Beginn von den Leuten gedacht wurde“, so Hileman. Doch an dieser Stelle ist zu erwähnen, dass der Großteil der Krypto-Fans nicht kriminell ist. In der Regel handelt es sich um Spekulanten wie auch um Personen, die eine dezentrale wie bankenunabhängige Währung nutzen wollen.

Zurück

Diesen Beitrag teilen
Weitere Meldungen zum Thema
oben