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Gefahr von Videokonferenzen

Cyberkriminelle nutzen zunehmende Beliebtheit von Online-Meetings aus.

Bei einer Kaspersky-Analyse wurden etwa 1.300 Dateien mit Namen gefunden, die bekannten Anwendungen wie Zoom, Webex oder Slack ähneln (Skype-bezogene Dateien sind hier noch nicht inkludiert). Unter diesen 1.300 Dateien wurden 200 verschiedene Arten von Bedrohungen entdeckt. 

Am weitesten verbreitet sind die beiden Adware-Familien DealPly und DownloadSponsor, die Anzeigen zeigen oder Adware-Module herunterladen. Diese Art von Malware landet normalerweise infolge eines Software-Downloads aus einer unseriösen Quelle auf den Geräten der Nutzer. Adware ist zwar per se keine bösartige Software, kann jedoch ein Datenschutzrisiko darstellen.

Computer sollen infiziert werden

Des Weiteren fanden die Kaspersky-Experten in einigen Fällen Bedrohungen, die als .lnk-Dateien getarnt waren, also Shortcuts für Anwendungen. Die überwiegende Mehrheit davon wurde als Exploit.Win32.CVE-2010-2568 erkannt. Dabei handelt es sich um einen alten, jedoch noch immer weit verbreiteten Schadcode, mit dem die Angreifer Computer mit zusätzlicher Malware infizieren können.

Am häufigsten nutzen Cyberkriminelle den Namen von Skype für ihre Aktivitäten. Die Kaspersky-Experten fanden 120.000 verdächtige Dateien unter diesem Deckmantel. Dabei versuchen die Angreifer nicht nur Adware, sondern auch verschiedene Malware – insbesondere Trojaner – zu verbreiten.

Denis Parinov, Sicherheitsexperte bei Kaspersky, kommentiert die Situation

„Um es klar auszudrücken: Bisher scheint die Anzahl der Angriffe oder Dateien, die als beliebte Social-Meeting-Apps getarnt sind, nicht dramatisch anzusteigen. Die tatsächliche Anzahl dieser Dateien, die wir in freier Wildbahn sehen, ist recht moderat. Dies gilt allerdings nicht für Skype, da diese Anwendung aufgrund der Beliebtheit bereits seit vielen Jahren ein attraktives Ziel für Cyberkriminelle ist. Dennoch halten wir es für wichtig, die Menschen über solche Bedrohungen zu informieren. In der aktuellen Situation, in der die meisten von uns von zu Hause aus arbeiten, ist es äußerst wichtig sicherzustellen, dass die Tools, die wir für Online-Meetings verwenden, von einer legitimen Quelle heruntergeladen werden, ordnungsgemäß eingerichtet sind und keine schwerwiegenden oder nicht gepatchten Schwachstellen aufweisen.“

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