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Diebstahl in großem Stil: Börse Kucoin wurde gehackt

Unbekannte Angreifer haben bei der Kryptogeldbörse eine Beute im Wert von mehr als 150 Millionen Euro gestohlen

Mehr als 150 Millionen Schaden verzeichnet die Kryptogeldbörse Kucoin nach einem Diebstahl. - Foto: Mohamed Hassan / Pixabay

Zugeschlagen haben die Cyberkriminellen in Singapur. Erbeutet haben sie digitale Münzen und Tokens in Millionenwerten. Am vergangenen Freitag hat Kucoin die ungewöhnlichen Transaktionen bemerkt und schnellstmöglich reagiert. 

Nachdem die Verantwortlichen die ungewöhnlichen Bewegungen bemerkt hatten, wurden auf der Stelle die entsprechenden Server heruntergefahren sowie das verbliebene Geld in die Cold Wallet gerettet. Mutmaßlicher Tathergang: Die Angreifer sind an private Schlüssel der Hot Wallet gelangt. Was genau dann im Einzelnen passierte, ließen die Börsenbetreiber von Kucoin bislang offen. „Die Cold Wallet sei aber nicht betroffen“, versicherte Johnny Lyu, der Kucoin-Chef. Eine weitere positive Nachricht: Die Beute sei nur ein kleiner Bruchteil der gesamten Mittel der Börse.

Kryptogeldbörsen, wie eben auch Kucoin, haben üblicherweise nur einen kleinen Teil der verwalteten Gelder online verfügbar. Diese liegen in der sogenannten Hot Wallet, mit der das laufende Geschäft finanziert wird. Der verbliebene größere Teil des Vermögens ist dann in der Cold Wallet - also mit offline verwahrten Schlüsseln.

Mehr als 150 Millionen Euro Schaden geschätzt

Genaue Angaben zum Schaden machte Kucoin nicht direkt. Allerdings lassen die von der Börse veröffentlichten Adressen, auf die die Angreifer Gelder transferiert haben sollen, den Schluss auf eine reiche Beute zu. Umgerechnet sei ein Wert von deutlich mehr als 150 Millionen Euro gestohlen worden.

Unter anderem wird eine Ethereum-Adresse mit mehr als 11.000 Ether sowie Guthaben in mehr als 150 verschiedenen Tokens genannt. Außerdem konnten die Täter wohl mehr als 2000 Bitcoin erbeuten - ferner auch größere Summen in Litecoin, Ripple, Tether, Stellar und Tron.

Um Schadensbegrenzung habe man sich bereits bemüht und zahlreiche Token-Herausgeber und andere Handelsplätze kontaktiert, teilten die Börsenbetreiber mit. So würden teilweise die geraubten Tokens ungültig gemacht, Adressen eingefroren sowie Kryptogeldadressen in Sperrlisten aufgenommen, sodass die Täter ihr Geld nicht unmittelbar auf anderen Börsen eintauschen können. Unter anderen sei seitens Tether etwa eine Adresse mit 22 Millionen USDT-Tokens eingefroren worden. Ebenfalls stehe man in engem Kontakt mit der Polizei.

Kucoin übernimmt Schaden

Die gute Nachricht für alle Betroffenen: Kunden bräuchten sich keine Sorgen um ihre Guthaben zu machen. Kucoin versprach, die Schäden zu ersetzen. Die Börsenbetreiber erklärten, dass sie sich eines Versicherungsfonds bedienen, den sie schon 2018 für solche Fälle eingerichtet hatten. Sie schätzen aber auch, dass es bis zur Wiederaufnahme des normalen Börsenbetriebs mit Ein- und Auszahlungen noch rund eine Woche dauern könnte. Für sachdienliche Hinweise zu den Tätern lobte die Börse Belohnungen von bis zu 100.000 US-Dollar aus.

 

Quelle: heise online Redaktion

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