Schutzprogramme, Sicher & Anonym, Verschlüsselung & Datensicherheit

DDoS-Angriffe auf Bildungsressourcen um 350 Prozent gestiegen

Im ersten Halbjahr 2020 haben Cyberangriffe auf Bildungsressourcen zugenommen

Kaspersky berichtet von einem Anstieg auf 350 Prozent von DDoS-Angriffe auf pädagogische Online-Ressourcen gegenüber dem Vorjahreszeitraum sowie eine Vielzahl an Bedrohungen, die unter dem Deckmantel beliebter Online-Lernplattformen und Videokonferenzanwendungen ausgeführt wurden

Bei einem DoS-(Denial-of-Service) Angriff versuchen Cyberkriminelle, einen Netzwerkserver mit einer riesigen Zahl von Anfragen zu überfordern, sodass dieser nicht mehr erreichbar ist und Nutzern den Zugriff verweigert. Während bei DoS-Angriffen nur ein einziger Computer genutzt wird, um anzugreifen, werden bei einem Distributed-Denial-of-Service-(DDoS) Angriff viele unterschiedliche Geräte genutzt, die Teil eines sogenannten Botnets sind. Bei einem Botnet handelt es sich um eine Vielzahl infizierter Geräte, die zeitgleich dieselben Befehle ausführen können. DDoS-Angriffe sind problematisch, da sie von ein paar Tagen bis hin zu einigen Wochen dauern können, wodurch der Betrieb von Organisationen gestört und – im Falle von Bildungsressourcen – Lernenden und Lehrkräften der Zugriff zu relevanten Arbeitsmaterialien verweigert wird.

Bildungsressourcen sind beliebtes Angriffsziel

Die Gesamtzahl der DDoS-Angriffe im ersten Quartal 2020 ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 80 Prozent gestiegen. Attacken auf Bildungsressourcen machten dabei einen großen Teil dieses Wachstums aus. Zwischen Januar und Juni 2020 stieg die Zahl solcher Angriffe im Vergleich zum Vorjahr monatlich um mindestens 350 Prozent an.

Eine Übersicht zum Anstieg gegenüber dem Vergleichsmonat im Jahr 2019

  • Januar: 550 Prozent
  • Februar: 500 Prozent
  • März: 350 Prozent
  • April: 480 Prozent
  • Mai: 357 Prozent
  • Juni: 450 Prozent

Darüber hinaus waren Pädagogen und Lernende mit weiteren Cyberbedrohungen konfrontiert. Von Januar bis Juni 2020 waren 168.550 der getesteten Nutzer von Kaspersky-Produkten unterschiedlichen Bedrohungen ausgesetzt, die unter dem Deckmantel populärer Online-Lernplattformen oder Videokonferenzanwendungen wie Moodle, Zoom, edX, Coursera, Google Meet, Google Classroom oder Blackboard verbreitet wurden. Lehrkräfte stießen darüber hinaus vermehrt auf Phishing-Mails und -Webseiten, die sich als solche Lernplattformen ausgaben und sie zum Download von Malware verleiten wollten.

„Fernunterricht hat sich im Frühjahr für Milliarden von Schülern und Studenten zu einer Notwendigkeit entwickelt und so sahen sich viele Bildungseinrichtungen gezwungen, dieser Entwicklung – trotz eines Mangels an Vorbereitung – Rechnung zu tragen“, kommentiert Alexander Gutnikov, Sicherheitsexperte bei Kaspersky. „Dies hat deshalb den Bildungssektor zu einem idealen Ziel für Angriffe gemacht, zum einen durch die gewachsene Popularität digitaler Bildungsressourcen und zum anderen aufgrund mangelnder Vorbereitung. Da in diesem Herbst viele Schulen und Universitäten planen, den Unterricht zumindest zeitweise weiterhin online abzuhalten, ist es von entscheidender Bedeutung, dass diese Organisationen entsprechende Maßnahmen ergreifen, um ihre digitalen Lernumgebungen abzusichern.“

Experten-Tipps zum Schutz vor DDoS-Angriffen

  • Dediziert Mitarbeiter für die Wartung der Webressourcen zuweisen. Diese sollten wissen, wie sie im Falle von DDoS-Angriffen vorgehen sollen, und bereit sein, auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten zu reagieren.
  • Kontaktinformationen von Drittanbietern überprüfen. Dies schließt auch die Vereinbarungen mit dem Internetdienstanbieter ein, damit im Notfall schnell reagiert werden kann.
  • Eine umfassende DDoS-Schutzlösung verwenden, um das Unternehmen vor Angriffen zu schützen. Kaspersky DDoS Protection kombiniert beispielsweise das umfassende Know-how von Kaspersky bei der Bekämpfung von Cyberbedrohungen und die einzigartigen firmeninternen Entwicklungen.

Zurück

Diesen Beitrag teilen
Weitere Meldungen zum Thema
oben