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Cyberangriff auf Hotels

Cyberkriminelle stehlen Kreditkartendaten von Gästen an Hotelrezeptionen

Über 20 Hotels in Lateinamerika, Europa und Asien sind Opfer gezielter Malware-Attacken geworden. Weitere Hotels weltweit könnten betroffen sein. Das hat die Kaspersky Untersuchung der Kampagne RevengeHotels, die Betreiber aus dem Gastgewerbe ins Visier nimmt, gezeigt. Es besteht das Risiko, dass Angreifer Kreditkarteninformationen von Reisenden stehlen, deren Daten in Hotelverwaltungssystem gespeichert sind oder durch Online-Reisebüros (OTAs) übermittelt wurden, und an Kriminelle verkaufen.

Phishing-E-Mails immer detailgetreuer

Jede Spear-Phishing-E-Mail wurde mit einem hohen Grad an Detailtiefe erstellt. Die Versender-Adresse entspricht in der Regel echten Personen aus legitimen Unternehmen, unter deren Namen eine gefälschte Buchungsanfrage für eine große Personengruppe gestellt wird. Selbst vorsichtige Nutzer können so durch die Fülle der enthaltenen Details, wie Kopien juristischer Dokumente oder Gründe für die Buchung im Hotel, verleitet werden, Anhänge solcher E-Mails zu öffnen und herunterzuladen.

Die von Kaspersky-Forschern gesammelten Beweise zeigen, dass der Fernzugriff auf Hospitality Desks und die darin enthaltenen Daten in kriminellen Foren als Abonnement verkauft werden. Die Malware sammelte sensible Informationen aus den Zwischenablagen von Hospitality Desks und Druckerspulern und erstellte Screenshots. 

Globale Angriffe

Die Telemetrie-Daten von Kaspersky zeigen Ziele in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Frankreich, Italien, Mexiko, Portugal, Spanien, Thailand und der Türkei. 

„Da Nutzer zunehmend misstrauisch werden, was den Schutz ihrer persönlichen Daten betrifft, wenden sich Cyberkriminelle verstärkt kleinen Firmen zu, die häufig nicht sehr gut vor Cyberangriffen geschützt sind, aber über eine Vielzahl personenbezogener Daten verfügen“, erklärt Dmitry Bestuzhev, Head of Global Research and Analysis Team, Lateinamerika. „Hoteliers und andere kleine Unternehmen, die mit Kundendaten zu tun haben, müssen deshalb vorsichtig sein und professionelle Sicherheitslösungen nutzen, um Datenlecks zu vermeiden. Dies schützt zum einen die Kunden, hilft aber auch einen gravierenden Reputationsverlust des eigenen Hauses zu vermeiden.“

Sicherheitstipps für Reisende

  • Verwendung einer virtuellen Zahlungskarte für Reservierungen über OTAs, da diese in der Regel nach einer einzigen Transaktion verfallen.
  • Nutzung einer virtuellen Brieftasche wie Apple Pay oder Google Pay oder einer Zweit-Kreditkarte mit einer begrenzten Anzahl verfügbarer Lastschriften bei der Bezahlung von Reservierungen oder beim Check-Out.

Sicherheitstipps für Hoteliers

  • Durchführung von Risikobewertungen des bestehenden Netzwerks und Umsetzung von Vorschriften für den Umgang mit Kundendaten
  • Einsatz einer zuverlässigen Sicherheitslösung mit Web-Schutz- und Anwendungskontrollfunktionen
  • Einführung von Security Awareness Trainings für Mitarbeiter

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