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Betrugsversuche: Zwei Drittel der Nutzer in Deutschland 2020 waren betroffen

Öffentlich verfügbare Informationen lassen Cyberkriminelle legitim erscheinen – Die meisten Scam-Versuche geschehen via E-Mail

Die alten Scam-Betrugsmaschen sind so unmodern wie erfolgreich. Eine Kaspersky Umfrage zeigt den hohen Erfolg der Betrugsmaschen
Foto: Glen Carrie / Unsplash

Betrugsversuche (Scams) via E-Mail, Social Media oder Telefon sind weiterhin aktuell, wie eine Umfrage von Kaspersky zeigt. 64 Prozent der in Deutschland Befragten sind in diesem Jahr einen Scam-Versuch zum Opfer gefallen – und die Betrüger haben es wie jeher auf die Daten und das Geld ihrer Opfer abgesehen.

Dabei sind es oft Informationen auf Social-Media-Kanälen, durch die die Cyberkriminelle als legitime Stelle erscheinen. Somit wird auch der Betrugsversuch verschleiert. Durch Geburtsdaten oder vollständige Namen treten Cyberkriminelle überzeugender und authentischer auf.

Unmodern aber alt bewährt: Übliche Maschen der Betrüger

Nur rund 54 Prozent der befragten Deutschen gab an, dass sie die Scam-Versuche via Text-Message per IM-Services wie WhatsApp oder Telegram erreicht habe, beziehungsweise bei 51 Prozent über die Nachrichten-Funktion in Sozialen Netzwerken. Die klassische Betrugsmaschen aber geschehen nach wie vor per E-Mail in 87 Prozent oder per Telefon in 76 Prozent aller Fälle.

Daten und Geldbeträge im Visier – Die Ergebnisse

  • 41 Prozent der Befragten gaben an, über persönliche Finanz- und Zahlungsdaten ausgefragt worden zu sein.
  • In 32 Prozent der Fälle wurde eine kleiner Zahlungsbetrag gefordert, der angeblich zur Ausschüttung eines Gewinns erforderlich wäre.
  • Bei 31 Prozent wurde eine Überweisung eines Geldbetrags auf einen sicheren Account gefordert.
  • Die meisten Scams erscheinen deswegen erfolgreich, weil die Betrüger gut vorbereitet sind und mittels Informationen über die potenziellen Opfer ihre scheinbare Legitimität beweisen können. So gaben 28 Prozent an, dass die Betrüger sie mit ihrem vollständigen Namen angeredet hätten und 13 Prozent, dass diese ihre Bankkartendaten kannten. Bei 17 Prozent wussten die Betrüger das Geburtsdatum.

Hohes Erfolgspotenzial für Scam

„Scam ist für Nutzer in Deutschland, aber auch weltweit, nach wie vor eine große Bedrohung“, weiß Amin Hasbini, Sicherheitsexperte bei Kaspersky. „Auch wenn die Medien immer wieder von Betrug via Telefon oder E-Mails mit unterschiedlichen thematisch Aufhängern – sei es der Verwandte, der Geld braucht, oder ein Telefongewinnspiel, das mittels einer kleinen Zahlung bestätigt werden muss, berichten, fallen dennoch viele Verbraucher den Betrügern weiterhin zum Opfer. Die Kriminellen nutzen dabei die Gutmütigkeit und das blinde Vertrauen der Menschen aus. Am häufigsten werden dabei persönliche oder Bezahldaten abgefragt, was zu finanziellen Verlusten oder gar Identitätsdiebstahl führen kann. Verbraucher sollten sich darüber im Klaren sein, dass eine seriöse Organisation nie nach solchen Daten fragt und daher sollten diese auch nie auf eine solche Nachfrage hin preisgeben werden.“

Wenn das Geld einmal weg ist

Nur die Hälfte der Scam-Opfer erhält Geld von Banken zurück. In mehr als einem Drittel der Fälle gaben sich die Scammer als Mitarbeiter einer Bank oder eines Finanzinstitutes aus, um ihre Opfer in die Falle zu locken. Dabei verloren Betroffene pro Scam-Vorfall durchschnittlich 46,65 Euro. 85 Prozent informierten daraufhin ihre Bank über den Betrug. Nur 42 Prozent bekamen ihr Geld durch die Bank zurückerstattet, weitere 43 Prozent gingen leer aus. Weitere 33 Prozent waren erfolgreich, nachdem sie Strafbehörden kontaktiert hatten.

Kaspersky-Tipps zur Prävention vor Scam

  • Die Sicherheitsexperten von Kaspersky raten Nutzern zu einem noch bedachteren Umgang mit den eigenen Daten in den Sozialen Medien.
  • Verdächtige Links oder Anwendungen in E-Mails, Texten, Instant Messages oder Social Media-Posts meiden. Insbesondere wenn Verlinkungen oder Dokumente aus einer unbekannten Quelle stammen und Bedenken bezüglich deren Seriosität bestehen, sollte Vorsicht geboten sein.
  • Tools wie der „Privacy Checker“ unterstützen bei der sicheren Einrichtung von Social-Media-Konten.
  • Die Verwendung einer zuverlässigen Sicherheitslösung durch eine Security Cloud schützt Account-Daten und benachrichtigt den Nutzer, sollten persönliche Daten kompromittiert werden.
  • Darüber hinaus sollten Nutzer stets bedenken, dass kein seriöses Unternehmen persönliche oder sensible Daten anfragt – egal ob telefonisch oder per Nachricht.

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