Verschlüsselung & Datensicherheit

Manche eufy-Überwachungskameras waren Dritten zugänglich

Inhaber vernetzter eufy-Überwachungskameras konnten plötzlich auf Videos Wildfremder zugreifen – "We are sorry", sagt eufy

Erneut hat ein vernetztes Überwachungsgerät die Sicherheit gesenkt: Livestreams und Aufnahmen aus privaten eufy-Überwachungskameras waren vorübergehend anderen eufy-Kunden zugänglich. Betroffen waren Nutzer in Argentinien, Australien, Brasilien, Kuba, Mexiko, Neuseeland sowie den Vereinigten Staaten von Amerika. Europäer sollen verschont geblieben sein.

Anwender hatten am Montag bemerkt, über ihre Nutzerkonten Zugriff auf Einstellungen, Steuerung, Livestreams und gespeicherte Aufnahmen einzelner anderer eufy-Nutzer zu haben. Nach Logout und neuerlichem Login war der Zugriff in der Regel nicht mehr gegeben. Der Anbieter hat bei einem Serverupdate offenbar auch einen Softwarebug installiert. Dieser soll dann dazu geführt haben, dass Nutzerkonten anderen Konten als "Gast" zugeordnet wurden, was dem unfreiwilligen "Gastgeber" volle Kontrolle verschafft hat.

Wenige Spanner

Laut eufy haben nur 0,001 Prozent aller eigenen Kunden diese Fehlkonfiguration genutzt. Nach weniger als zwei Stunden sei der Fehler behoben worden, hat das Unternehmen gegenüber der Webseite 9to5macangegeben. Die betroffenen Kunden würden nun einzeln informiert.

"Wir nehmen zur Kenntnis, dass wir als Sicherheitsunternehmen nicht gut genug gearbeitet haben", sagte eufy, "Es tut uns leid, dass wir hier die Erwartungen nicht erfüllt haben. Wir arbeiten an neuen Sicherheitsprotokollen und Maßnahmen, um sicherzustellen, dass dies nie wieder passieren wird." Von dem Fehler unbehelligt waren demnach eufys Babymonitore, vernetzte Türschlösser, bestimmte Alarmsysteme und Haustier-Überwachungsgeräte.

Eufy ist eine Marke des chinesischen Unternehmens Anker Innovations mit Sitz in Schenzhen. Unter der Marke Anker vertreibt die Firma beispielsweise externe Akkus. Weitere Marken sind Soundcore (Kopfhörer und Lautsprecher), Nebula (Videoprojektoren) und Roav (Autozubehör). Die Marken Zolo (Kopfhörer) und Karapax (Handyhüllen) verwendet Anker offenbar nicht mehr. Auch Roav wird auf der Firmenwebsite nicht mehr beworben.

Quelle: heise online Redaktion

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