Business Security, Tipp des Tages

Weiterbildung zum Datenschutzbeauftragten

Inhalt, Aufgaben und Karrieremöglichkeiten

Foto: BiljaST / Pixabay

Es vergeht kein Tag, an dem nicht von neuen großen Angriffen auf Netzwerke in Industrie und Politik berichtet wird. Soziale Medien und Freemailanbieter, werden ebenfalls regelmäßig Opfer von Hackern und Daten ein begehrtes Handelsgut. Dem steht die Digitalisierung und industrielle Revolution Industrie 4.0 gegenüber. Strenge Vorschriften in Bezug auf Datenschutz und elektronischer Datenverarbeitung, erfordern besondere Maßnahmen und schaffen Positionen in Unternehmen, die auch Karrierechancen beinhalten.

Datenschutzbeauftragter in Unternehmen

Ob ein Unternehmen einen Datenschutzbeauftragten (DSB) braucht, hängt davon ab, wie viele seiner Mitarbeiter regelmäßig personenbezogene Daten erheben und Nutzen. Sind mindestens 20 Mitarbeiter regelmäßig, mit Erhebung und Nutzung automatisiert verarbeiteter Daten betraut, ist ein DSB zu stellen. Da sich die cloudbasierte Arbeit immer mehr durchsetzt, ist der Status schnell erreicht. Öffentliche Stellen müssen immer einen Datenschutzbeauftragten stellen, ebenso Unternehmen, deren Kerngeschäft die Erhebung, Verarbeitung, Nutzung oder Übermittlung von personenbezogenen Daten ist.

Die Eignung zum Datenschutzbeauftragten, bringen Mitarbeiter mit, die sich für die IT interessieren und gut mit ihr arbeiten können. Oft werden die Administratoren in den Unternehmen zu den Weiterbildungen zum Datenschutzbeauftragten in Unternehmen entsandt. Da zu den Aufgaben des DSB nicht nur die technische Seite, sondern auch die Einweisung von Mitarbeitern in den Datenschutz und firmeninterne Schulungen gehören, sollte er Freude am Umgang mit Menschen und kommunikative Fähigkeiten haben. Kontinuierliche Weiterbildung gehört bei dieser Position dazu, denn im Datenschutz ändern sich Vorschriften, neue Technologien brauchen neue Lösungen. Freude am Lernen ist also von Vorteil.

Im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes können Unternehmen Zuschüsse zu den Weiterbildungskosten bekommen.

Inhalte der Ausbildung

In der Weiterbildung wird mit Fokus auf die Arbeit 4.0 in der digitalen Welt auf die Arbeit an sich geschaut, wie sich der Arbeitsmarkt durch Digitalisierung verändert hat, wie Digitalisierung die Kommunikation, Organisation und Zusammenarbeit beeinflusst, digitale Hilfen zum Selbstmanagement werden vorgestellt etc. Weitere allgemeinere Themen sind Internetnutzung, Anleitungen und Hilfen zu Recherche und Informationsmanagement, was mobile Geräte bedeuten und welche besonderen Datenschutzmaßnahmen hier getroffen werden müssen. Auch die Arbeit in der Cloud wird beleuchtet.

Der spezifischere Themenkatalog beinhaltet dann die Grundlagen des Datenschutzes, von rechtlichen Bestimmungen bis hin zur IT-Sicherheit. Vertieft werden dann die Gefahren in der Datenbearbeitung und die Schutzmaßnahmen, die Aufgaben des DSB und daraus resultierende Wissensgebiete von der Kommunikation mit Mitarbeitern bis hin zum praktischen Datenschutz im Unternehmen.

Einige Kurse bieten die externe Prüfung zur Fachkraft für Datenschutz mit an und bereiten im Rahmen des Seminars auf diese Prüfung vor.

Mitarbeiter und Datenschutz

elbst bei bester Schulung, Mitarbeiter bleiben immer eines der größten Sicherheitsrisiken im Datenschutz. Natürlich können technische Schutzmaßnahmen hier erfolgreich greifen, doch Leichtsinn und unbedachtes Öffnen von Mails und deren Anhängen, können verheerende Folgen haben und große Schäden anrichten.

Allein die Offenlegung eines umfangreichen Email-Verteilers, ist mehr, als ein kleines Missgeschick, besonders wenn es um Daten von Kunden oder Auftraggebern geht. Das Datenschutzgesetz hat dies bereits unter hohe finanzielle Strafen gestellt, sollte es hier zu Klagen kommen. Der DSB hat die Aufgabe, Mitarbeiter dafür zu sensibilisieren und ihnen die Bedeutung des Datenschutzes darzulegen. Im Gegensatz zu Angriffen von außen, die per se schon illegal sind, liegt die Schuld für den Verstoß hier beim Unternehmen, was natürlich zusätzlich imageschädigend ist. Die Geschäftsführung wird es nicht gutheißen, wenn Lieferanten auf diesem Wege in Erfahrung bringen, dass sie Konkurrenten sind.

Eine wesentliche Aufgabe des Datenschutzbeauftragten ist es, auf die Speicherdauer von Daten zu achten und Löschungen fristgerecht vorzunehmen. Hierzu zählen auch die Daten von Beschäftigten, die aus dem Unternehmen ausgeschieden sind. Gute Datenmanagementsysteme sind hier eine große Erleichterung und automatisieren die Pflege und Löschung personengebundener Daten von Kunden und Beschäftigten. Hinzu kommen in einem Unternehmen dann noch die Daten aus Dokumenten, die ebenfalls gemanagt werden müssen.

Datenschutzbeschwerden oder Anfragen zum Datenschutz werden durch die Aufsichtsbehörde (Landesdatenschutzbeauftragten) untersucht.

Berufliche Vorteile durch die Qualifizierung zum Datenschutzbeauftragten

Innerhalb des Unternehmens gibt es natürlich die Chance, eine leitende Position in der IT Abteilung zu besetzten. Doch auch eine Orientierung am Arbeitsmarkt auf neue Unternehmen, kann durch diese Qualifikationen eine bessere Ausgangsposition bekommen. Ist der Datenschutzbeauftragte frisch ausgeschieden, kommt ein kompetenter Mitarbeiter, der diesen wichtigen Nachweis bereits mitbringt gerade recht. Kleinere Unternehmen, die bis dato noch gar keinen DSB hatten, sehen diesen Nachweis ebenfalls gern.

Auch eine Karriere als Selbstständiger ist denkbar. Vor allem kleinere Unternehmen lassen sich durch externe Datenschutzbeauftragte betreuen. Wird zum ersten Mal ein Datenschutzbeauftragter etabliert, werden externe DSB auch gerne für eine gewisse Zeit als Mentor eingesetzt, um dem frischen Absolventen den Einstieg zu erleichtern und vor allem, um Fehler zu vermeiden, die negative Konsequenzen fürs Unternehmen haben können.

Als Weiterbildungsangebote stehen von der Betriebswirtschafts-IT bis zum Datenschutzrecht viele spezielle Fachrichtungen zur Verfügung, die entweder als Anpassungs- und Aufstiegsqualifizierung angeboten werden. Anpassung bedeutet, dass es Seminare gibt, die sich den Themen widmen, Aufstieg bedeutet, dass ein Berufs- oder Studienabschluss erworben wird.

Einsatzbereiche für Datenschutzbeauftragte gibt es reichlich. Keine Branche kommt mehr ohne Datenschutz aus, daher haben DSB auf dem Arbeitsmarkt fast die freie Wahl, wo sie arbeiten möchten. Das Gesundheitswesen bietet hier ebenso Stellen, wie große Wirtschaftsunternehmen, Steuerkanzleien oder private Bildungsträger. Wer die besondere Herausforderung liebt, hat auch die Möglichkeit, als legaler Hacker nach Sicherheitslücken in Software oder im Datenschutz zu suchen und im Qualitätsmanagement für Programmierung zu arbeiten.

Offene Stellen gibt es ebenfalls genug, so dass Personen mit diesen Qualifizierungen beste Voraussetzungen haben, in Vertragsverhandlungen zu gehen.

Fazit: Die Weiterbildung zum Datenschutzbeauftragten lohnt sich aus beruflicher Sicht, selbst wenn konkrete Ziele aktuell noch nicht gesteckt sind. Die Kenntnisse sind auch im privaten Bereich wichtig und anwendbar, wenn beispielsweise private Webseiten betrieben werden etc.

Der Arbeitsmarkt zeigt, dass es viele offene Stellen gibt. Doch für diese Aufgabe muss man auch einige Voraussetzungen mitbringen, denn das Verständnis für Datenschutzmaßnahmen ist nicht bei jedem Mitarbeiter vorhanden und das Image des Erbsenzählers haftet einem schnell an. Dafür sind die Aufgaben sehr vielseitig und die Verantwortung in der Position sehr groß.

Wer sich für diese Weiterbildung interessiert und keinen Arbeitgeber hat, der sie finanzieren möchte. Es gibt auch für Berufstätige verschiedene Förderprogramme für Weiterbildungen und ggf. den Bildungsgutschein von der Arbeitsagentur. Bildungsträger, die diese Seminare anbieten, beraten in der Regel auch darüber, wo es welche Förderungen geben kann.

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