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Mammutherausforderung Digitalisierung: Diese Förderungen gibt es für Unternehmen

Für kleine und mittlere Unternehmen entsteht durch die digitale Transformation die Chance, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und geschäftliche Prozesse zu verbessern

Jedoch herrscht in vielen Unternehmen eine Knappheit an finanziellen Möglichkeiten, um ihre angestrebten Digitalisierungsprojekte wirklich realisieren zu können.

Allerdings steht besonders KMU eine große Auswahl an Fördermitteln und Programmen für die Digitalisierung zur Verfügung, die sie für ihre Zwecke gewinnbringend nutzen können. Welche bundesweiten Förderungsmittel zur Verfügung stehen, die Unternehmen beispielsweise nutzen können, um eine digitale Lösung zur Archivierung oder die Optimierung weiterer Geschäftsprozesse zu finden, zeigt der folgende Artikel.

Wofür kann eine Förderung genutzt werden?

Die gängigsten Varianten für eine Förderung der Digitalisierung im Mittelstand stellen zinsverbilligte Darlehen und Zuschüsse dar. KMU wird es so durch Förderprogramme auf der Ebene von Ländern, Bund und der EU möglich, ihr Fachwissen in Bezug auf die Digitalisierung auszubauen und eine Umstellung auf digitale Produkte und Prozesse vorzunehmen. Die Fördermittel werden häufig für Beratungsleistungen und die Anschaffung von Soft- und Hardware zur Verfügung gestellt. Es können, abhängig von dem jeweiligen Programm, sowohl allgemeine Digitalisierungsschritte als auch spezifische Projekte gefördert werden.

Zu solchen Digitalisierungsvorhaben, die förderfähig sind, zählen zum Beispiel die Entwicklung neuer digitaler Plattformen und Lösungen, die Optimierung der IT-Sicherheit, die Portierung von IT-Anwendungen und Systemen, die Digitalisierung der Auftragsbearbeitung oder die Einführung einer ERP-Software.

Zwischen den einzelnen Programmen und Angeboten unterscheiden sich die Summen und die Voraussetzung für die Bewilligung der Förderung allerdings zum Teil erheblich.

Verfügbare Förderprogramme auf Bundesebene

Digital Jetzt

In dem Programm Digital Jetzt sind zwei Fördermodule enthalten. Das erste trägt den Namen „Investition in digitale Technologien“ und fördert Hard- und Softwareinvestitionen, besonders solche, die zu der externen und internen Vernetzung des Unternehmens beitragen. Beispielsweise sind Investitionen in Datenschutz, IT-Sicherheit, 3D-Druck, Sensorik, Big Data, Cloud-Anwendungen, Künstliche Intelligenz und datengetriebene Geschäftsmodelle förderberechtigt.

Das zweite Modul nennt sich „Investition in Qualifizierung der Mitarbeitenden“ und bietet Unternehmen Unterstützung dabei, den Umgang mit digitalen Technologien den Mitarbeitern näher zu bringen und diese weiterzubilden. Alle Investitionen, die dazu dienen,  Mitarbeiter zu qualifizieren, sind damit förderfähig. Dies gilt insbesondere für den Bereich der Umsetzung und Erarbeitung von digitalen Unternehmensstrategien, als auch für die Bereiche Datenschutz und IT-Sicherheit. Doch auch die Aneignung der nötigen Basiskompetenzen und digitales Arbeiten werden gefördert. Die Anbieter der jeweiligen Weiterbildung müssen durch eine ISO 9001-Zertifizierung ihr Qualitätsniveau nachweisen und eine AZAV-Akkreditierung aufweisen.

Die Förderung kann von den Unternehmen entweder für beide oder nur ein einzelnes Modul beantragt werden. Eingeschlossen sind damit Unternehmen aus dem Mittelstand, unabhängig von ihrer Branche, die zwischen drei und 499 Mitarbeiter beschäftigen.

Nach der erfolgreichen Prüfung der Verwendungsnachweise wird die Förderung in Form eines Zuschusses gewährt, der nicht zurückgezahlt werden muss. Den Unternehmen steht ein Zeitraum von zwölf Monaten zur Verfügung, um das Digitalisierungsprojekt umzusetzen.

Die maximale Höhe der Förderung beträgt pro Unternehmen 50.000 Euro. Wertschöpfungsnetzwerke oder -ketten können pro Unternehmen bis zu 100.000 Euro Fördergeld bewilligt bekommen. Im ersten Modul liegt die Mindestfördersumme bei 17.000 Euro, im zweiten Modul bei 3.000 Euro.

Go-digital

Das Programm Go-digital fokussiert sich auf die Erschließung neuer Marktanteile und der Optimierung von Prozessen. Es stehen die Module „digitale Geschäftsprozesse“ und „digitale Markterschließung“ zur Verfügung. Darüber hinaus ist auch das Modul „IT-Sicherheit“ in dem Förderprogramm inkludiert, das Maßnahmen im Bereich der IT-Sicherheit finanziert.

In Anspruch genommen werden kann das Programm von Unternehmen, die in der gewerblichen Wirtschaft tätig sind. Ebenfalls sind Handwerksbetriebe, die ein technologisches Potential aufweisen, förderberechtigt. Dazu müssen die Unternehmen allerdings weniger als 100 Mitarbeiter beschäftigen und ihr Jahresumsatz unterhalb von 20 Millionen Euro liegen. Ihre Niederlassung beziehungsweise Betriebsstätte muss in der Bundesrepublik liegen.

Die Förderung gestaltet sich so, dass ein Zuschuss zu einer gezielten Umsetzungs- oder Beratungsleistung erbracht wird, welche durch autorisierte Beratungsunternehmen erfolgen. Diese müssen die jeweiligen Fördermittel beantragen und das Berichtswesen und die Abrechnung übernehmen. Maximal darf sich die Laufzeit des Projektes über sechs Monate erstrecken.

Die Höhe der Förderung beträgt 50 Prozent der getätigten Nettoausgaben. In dem jeweiligen gewählten Hauptmodul werden bis zu 20 Beratertage übernommen, in den Nebenmodulen 10 Beratertage.

unternehmensWert:Mensch plus

Unternehmen werden durch dieses Programm dabei unterstützt, neue Konzepte und nachhaltige Strategien zu entwickeln, die ihnen dabei helfen, die Möglichkeiten der Digitalisierung für sich gewinnbringend einzusetzen. Dafür werden betriebliche Experimentier- und Lernräume eingerichtet sowie eine professionelle Prozessberatung zur Verfügung gestellt.

Die Förderung können kleine und mittlere Unternehmen in Anspruch nehmen, die seit mindestens zwei Jahren am Markt aktiv sind und ihren Sitz oder Arbeitsstätte in Deutschland haben. Es muss mindestens ein Mitarbeiter vorhanden sein, der sozialversicherungspflichtig im Rahmen einer Vollzeittätigkeit beschäftigt ist.

Im ersten Schritt erfolgt eine kostenlose Erstberatung für Unternehmen, die an dieser Förderung interessiert sind. Im Anschluss wird geprüft, ob die jeweiligen Kriterien für eine Förderung erfüllt werden. Dann wird ein Beratungsscheck für die jeweilige Beratung ausgestellt. Um die Beratung dann vor Ort durchzuführen, kann sich für einen autorisierten Prozessberater entschieden werden.

Die Förderquote beträgt 80 Prozent und es sind insgesamt 12 Beratungstage vorgesehen. Der empfohlene zeitliche Rahmen für den Prozess der Beratung liegt zwischen fünf und sechs Monaten.

ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit der KfW

Der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit der KfW fördert Betriebsmittel und Investitionen, die mit Innovations- und Digitalisierungsvorhaben in Zusammenhang stehen. Dazu zählen beispielsweise Entwicklung und Implementierung eines Datensicherheits- oder IT-Konzeptes oder die Einführung digitaler Vertriebskanäle, Apps oder Plattformen. Für eine entsprechende Förderung berechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen, die am Markt bereits seit zwei Jahren aktiv sind.

Die Förderung gestaltet sich in Form eines Kredites. Durch den Finanzierungspartner, welchen das Unternehmen wählt, wird in Anbetracht der Qualität der Sicherheiten und der wirtschaftlichen Verhältnisse, ein individueller Kreditzinssatz ermittelt und der entsprechende Antrag auf Förderung bei der KfW Förderbank eingereicht. Geschlossen wird der Kreditvertrag zwischen dem Finanzierungspartner und dem Unternehmen.

Die Mindestlaufzeit des Kredites beträgt dabei zwei Jahre, der Mindestbetrag für den Kredit 25.000 Euro. Maximal können pro Vorhaben 25 Millionen beantragt werden beziehungsweise bis zu 100 Prozent der förderfähigen Betriebsmittel und Investitionskosten.

Zinsen müssen in den ersten tilgungsfreien Anlaufjahren nur auf die bereits ausgezahlten Kreditbeträge gezahlt werden. Im Anschluss erfolgt die Tilgung in vierteljährlichen Raten in der gleichen Höhe.

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