WLAN und Hotspots in Deutschland: wenig verbreitet, aber sicher

WLAN und Hotspots in Deutschland: wenig verbreitet, aber sicher
Deutschland verfügt über eine geringere Dichte an öffentlichen WLAN-Zugangspunkten als andernorts, dafür sind die Hotspots hierzulande deutlich sicherer

Das mobile Kommunikationsnetz wächst. Auch außerhalb der eigenen Wände gibt es immer mehr öffentliche Räume, die den Zugang zum Word Wide Web bieten: WLAN Hotspots am Flughafen, am Bahnhof, im Café oder beim Italiener um die Ecke. Hotspot-Fans aufgepasst: In einem offenen WLAN-Netz, selbst wenn es verschlüsselt sein sollte, ist nichts mehr privat — Vorsicht ist angebracht.

Insbesondere im Ausland, wo es statistisch gesehen mehr unsichere, unverschlüsselte Zugänge gibt, ist die Versuchung groß, sich mal schnell in das offene mobile Drahtlos-Netzwerk einzuloggen. Pfiffige Hacker sind in der Lage, die verschlüsselten Hotspots zu erobern und mit wenigen Kniffen auf die persönlichen Daten zuzugreifen und diese zu missbrauchen.

Verschlüsselung von Wi-Fi-Netzwerken in Deutschland im internationalen Vergleich

Immerhin waren laut dem Verband der deutschen Internetwirtschaft eco 88 Prozent aller Hotspots in Deutschland verschlüsselt. Fernreisende solten aufpassen: In Thailand oder Israel sind weniger als die Hälfte der öffentlich zugänglichen Funknetze gesichert.

Nachteil des höheren Sicherheitsniveaus: Deutschland hinkt hinsichtlich der Verbreitung von Hotspots weit hinter dem internationalen Niveau hinterher — übrigens oft ein Ärgernis für Urlauber in Deutschland. Während Südkorea oder Großbritannien auf rund 37 bzw. 29 Hotspots je 10.000 Einwohner kommen, liegt die Zahl der WLAN Zugangspunkte in Deutschland grade mal bei fast 2. Die Ursache für den Nachholbedarf liegt einerseits im komplizierten Schlüsselverteilungssystem — jedes Geschäft müsste jedem Kunden das Passwort oder den 26-stelligen hexadezimalen WEP-Schlüssel mitteilen und ihn ggf. auch bei der Einrichtung helfen — das ist aufwändig.

Anderseits schreckt neben der verbreiteten Rechtsunsicherheit die nur in Deutschland geltende „Störerhaftung“ des WLAN-Betreibers vor allem Kleingewerbetreibende bisher davon ab, „Free WIFI“ anzubieten. Zwar ist die Bundesregierung im Jahr 2015 eine Reform des Telemediengesetzes angegangen, welche die Haftung beschränken soll. Experten gehen jedoch davon aus, dass dadurch die Zahl der öffentliche Einrichtungen oder Dienstleister, die WLAN anbieten, nicht wesntlich steigt. Der Grund: Betreiber müssten dafür sorgen, dass jeder WLAN-Anbieter seinen Anschluss „angemessen“ sichert und für jeden einzelnen Nutzer darlegt, keine Rechtsverletzungen zu begehen.

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