Verschlüsselung & Datensicherheit

Mehr Cyber-Kriminalität – mehr Vorratsdatenspeicherung?

Mehr Cyber-Kriminalität – mehr Vorratsdatenspeicherung?
Cyber-Kriminalität als Grund für Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung?

Jeder zweite war bereits einmal Opfer von Cyber-Kriminalität. Klaus Vitt, Bundesbeauftragter für Informationstechnik, nutzt diesen Trend jetzt als Vehikel, um eine Ausweitung der staatlichen Überwachung zu fordern: Er plädiert für die Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung – das Gesetz war erst im Dezember gegen den scharfen Widerstand von Datenschützern und Netzaktivisten verabschiedet worden.

Vorratsdatenspeicherung vor Datenschutz

Klaus Vitt sprach diese Woche in Berlin zur Einweihung des Digital-Society-Institute an der „European School of Management and Technology“. Mit der engmaschigeren Ausspähung sollen demzufolge Cyber-Angriffe früher abgewendet werden, so Vitt. Dazu sollen Nutzungsdaten sowie auch IP-Adressen durch Web-Dienstanbieter anlasslos gespeichert werden dürfen. Das Tracking und die Speicherung von Daten soll in dem Zug deutlich vereinfacht werden. Vitt argumentiert, dass man Echtzeitdaten benötige, um Cyber-Angriffe möglichst automatisiert abwehren zu können. Der Datenschutz dürfe nicht dem Schutz von Daten entgegenstehen.

Mit diesen Argumenten möchte Vitt bei der Bundesregierung darauf hinwirken, das bestehende Gesetz zu verschärfen. Eine neue Gesetzesinitiative gäbe es demzufolge noch nicht, jedoch stände noch dieses Jahr eine Überarbeitung der Cyber-Sicherheitsstrategie auf der Agenda der Regierung.

Die Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung und vor allem die Tatsache, dass alle Nutzer per se unter Generalverdacht gestellt werden, werden von Datenschutz-Experten und Netzaktivisten sehr kritisch gesehen. Unmittelbar nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Vorratsdatenspeicherung hatte eine Berliner Kanzlei bereits die erste Verfassungsbeschwerde eingereicht (News).

Persönlicher Datenschutz und Schutz vor Ausspähung wichtiger denn je

Unabhängig, wie der Gesetzesentwurf zur Vorratsdatenspeicherung aussehen wird: Nutzer sollten noch sensibler im Umgang mit ihren Daten sowie der Preisgabe ihrer digitalen Persönlichkeit sein und alles unternehmen, um Ausspähung und Tracking zu verhindern. Hier erfahren Sie mehr:

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