Viren, Trojaner und Malware – die Schädlinge haben es jetzt auch auf Smartphones und Tablets abgesehen

Viren, Trojaner und Malware – die Schädlinge haben es jetzt auch auf Smartphones und Tablets abgesehen
Die Verbreiter von Schadsoftware nehmen immer häufiger iPads, iPhones & Co. ins Visier

Für den durchschnittlichen PC-User gehören Virenscanner und ähnliche Schutzsoftware oder Firewalls zum digitalen Alltag. Viele dieser Schutzprodukte sind bereits beim Neukauf eines PCs oder Laptops vorinstalliert. Die Schutz-Mechanismen sind mit wenigen Klicks eingestellt und man kann sich beruhigt zurücklehnen.

Wie aber sieht es mit dem Schutz der mobilen Endgeräte aus? Die Gefahr, dass sich Ihr Smartphone mit Viren, Trojanern, Würmern oder anderer Malware infiziert, wächst mit der wachsenden Popularität der mobilen Helferlein von Tag zu Tag. Cyberkriminelle geben auch hier niemals Ruhe. Gut geschützt ist nur derjenige Anwender, der die Gefahren kennt und optimal vorbereitet ist.

Der Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent hat in einer 2015 veröffentlichten Malware-Studie festgestellt, dass die Zahl der mobilen Schädlinge deutlich zugenommen hat. So wurden demnach 2014 weltweit 16 Mio. Geräte mit mobiler Malware infiziert, dies entspricht einem Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Studie zufolge ist Spyware auf mobiler Hardware immer verbreiteter. Damit werden Telefonate abgehört, SMS und E-Mails abgefischt, oder der Standort eines Nutzers und von ihm aufgesuchten Websites festgestellt.

Die wichtigsten Infektionswege von Smartphones und Tablets

Auch wenn die Besitzer von Apple-Geräten einen Startvorteil gegenüber den Android-Nutzern besitzen, steht fest: Es gibt keinen 100-prozentigen Schutz. Permanente Wachsamkeit ist Trumpf. Das sind die Verbreitungswege der Schädlinge:

  • Infizierte Websites. Der User besucht eine manipulierte Webseite, deren Aufruf bereits die Installation von Schadsoftware auf Smartphone oder Tablet verursacht.
  • Spam-Mails und infizierte E-Mail Anhänge. Oft wird Malware in Spam-Mails versteckt, die sich über externe Links zu Fake-Webseiten verbreitet oder über infizierte Anhänge die automatisch geöffnet und installiert werden.
  • Spam-Links in SMS und über Messenger. Die Links führen zuWebseiten auf denen sich die Nutzer mit Malware infizieren können.
  • Malware in Apps. Cyber-Betrüger verstecken Malware hinterlistig in Apps, die im App-Store von gutgläubigen Nutzern heruntergeladen werden. Meistens ist der Play Store von Android betroffen. Das IT-Security-Unternehmen Avast meldete im Frühjahr 2015 beispielsweise drei Malware-verseuchte Android-Apps: das Kartenspiel „Durak“,  die History-App „Konka Russian History“ sowie den App-Intelligenztest „Iwolt IQtest“.
  • Fremde Cloud. Ähnlich wie bei manipulierten Webseiten greift der Nutzer bei diesem Infektionsweg auf malwareverseuchte Daten in den Cloudspeichern von Cyberkriminellen zu.

Sind die Betriebssysteme Apple iOS und Android gleichermaßen von Angriffen betroffen?

Klare Antwort hinsichtlich der Betriebssysteme: Die Nutzer von Apple-Hardware sind besser vor Angriffen mit Schadsoftware geschützt.

Apples Betriebssystem iOS basiert auf einer geschlossenen Umgebung mit einem verschachtelten und gut versteckten Dateiensystem, das Hackern wenige Angriffspunkte bietet. Der Download von Apps ist sicher, die Wahrscheinlichkeit der Infizierung eher gering. Apples zentral gesteuerter iTunes Store setzt nach wie vor darauf, die im Store angebotenen Apps vollumfänglich und tiefgehend zu testen.  Nutzer sind nicht zuletzt deswegen besser geschützt, da Apple Entwicklern die APIs nicht bereitstellt.

Die Gefahrenlage für iOS ändert sich allerdings, wenn ein Nutzer einen Jailbreak auf seinem iPhone ausführt. Falls versierte Anwender ohne Autorisierung die Nutzungsbeschränkungen des Betriebssystems aufheben, wird das komplette System freigegeben. Sie öffnen damit Hackern neue Angriffsflächen. Unter Sicherheitsaspekten ist von Jailbreaks abzuraten.

Nutzer von Android Smartphones sind deutlich gefährdeter, sich mit Viren und Trojanern oder anderer mobiler Schadsoftware anzustecken. Das sind die Gründe:

  • Android ist populärer: Zwei von drei weltweit verkauften Smartphones verfügen über das Android Betriebssystem.
  • Der Play Store als „Tummelplatz“ für mobile Malware: Die Apps werden in Googles App-Market weit weniger kontrolliert als bei Apple... ein wahres El Dorado für Hacker.
     
  • Time lags – späte Reaktion: Google reagierte nicht immer so schnell, wie sich betroffene Nutzer es wünschen würden. In Foren wurde kolportiert, dass schädliche Anwendungen zum Teil eine Viertel Millionen Mal heruntergeladen wurden, bevor sie aus dem Marktplatz eliminiert wurden.

 

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