Browser-Fingerprinting: Schutz vor dem Cookie-Nachfolger

Browser-Finger-Printing: Schützen Sie sich vor dem Cookie-Nachfolger
Browser-Fingerprinting: Ähnlich wie bei Cookies werden hier User-Profile erstellt

Wer bisher glaubte, durch das Ausschalten von Cookies sicher vor Ausspähung auf besuchten Internetseiten zu sein, sollte sich nicht zu früh freuen. Die Datensammeldienste der Werbewirtschaft suchen permanent nach neuen Wegen, um an Informationen über die Surfgewohnheiten von Nutzern zu kommen. Der raffinierte Cookie-Nachfolger steht schon bereit: das Browser-Fingerprinting. Gemäß Alexa nutzen bereits rund 5 Prozent der führenden Internetanbieter dieses neue Ausspähverfahren der Werbeindustrie. Die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation hatte 2010 erstmals auf diese neue Systematik der digitalen Browser-Ausspähung hingewiesen.

Wie funktioniert Browser-Fingerprinting?

Ein Schnüffel-Skript auf einer angeklickten Webseite wertet über den Browser sämtliche Systemeinstellungen eines Internetnutzers aus. Jeder Nutzer hinterlässt mit seinem Browser beim Aufrufen einer Webseite individuelle Informationen — über sein Betriebssystem, die Art des verwendeten Browsers, installierte Plugins und die Software zur Medienwiedergabe. Darüber hinaus liefert jeder Nutzer sogar Bildschirmeinstellungen, verwendete Schriften und Informationen zur Nutzung von „Do-not-track-Einstellungen“ frei Haus“. Werden diese Informationen mit der IP-Adresse kombiniert, kann ein Nutzer mit hoher Wahrscheinlichkeit individuell wiedererkannt werden. Alles völlig ohne Cookies.

Was eigentlich zur Optimierung der Darstellung einer Webseite gedacht ist, führt aufgrund der Vielfalt der Informationen und dessen Muster zur perfekten Enttarnung der digitalen Persönlichkeit.

Tipp: Wenn Sie „Ihren persönlichen digitalen Fingerabdruck“ über verschiedene Browser testen möchten, besuchen Sie die Webseite des Panopticclick-Projekt der Electronic Frontier Foundation.

Schutz gegen Fingerprinting – die wichtigsten Tipps

 

  • Anonymisieren Sie Ihren Browser und Ihre IP-Adresse über Anonymisierungssoftware.

  • Nutzen Sie den Firefox Browser in seiner neuesten Version. Er lässt außerdem Addons gegen das Fingerprinting zu. UnserTipp: FireGloves für Firefox

  • Verhindern Sie die Wiederherstellung alter Tabs. Idealerweise schließen Sie den Browser und löschen sämtliche Daten im Cache, bevor Sie in ein anderes Netz wechseln.

  • Verhindern Sie Tracking über die Browser-Standardeinstellungen und nützliche Add-ons.
  • Proxies verwenden. Mit deaktivierten Plug-ins sowie den verwendeten Proxies werden keine Informationen preisgegeben — außer evtl. die Monitor-Auflösung, der Umfang der Browser-History und die Systemzeit. Diesen digitalen Fingerabdruck haben dann zwar noch die meisten „Otto Normalsurfer“ — aber der jeweilige Nutzer ist relativ gesichtslos und unspezifisch.
  • Schalten Sie JavaScript und Flash aus. JavaScript ermöglicht das Auslesen installierter Plugins und Schriftarten – aber seien Sie bewusst, dass einige Web-Services dann nicht mehr erreichbar sind.

  • Blocken Sie Cookies während der Benutzung des Browsers. Das reicht nicht gegen das Fingerprinting, sollte aber ein Standard des "Tarnkappen-Surfings" sein.

Übrigens: Beim Surfen mit Smartphones und Tablets entsteht bislang aufgrund geringerer Einstellungsmöglichkeiten seltener ein individueller digitaler Fingerabdruck.

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